Landwirtschaft und Gärtnerei

Inhomogene magnetische Streufelder in der Landwirtschaft 

Magnetisiertes Wasser beschleunigt das Wachstum von Pflanzen

Samen von Garten- und Kichererbsen, die mit Wasser gegossen wurden, das statischen Magnetfeldern zwischen 3,5 und 136 mT ausgesetzt war, keimten besser, wuchsen kräftiger und wiesen einen höheren Gehalt an Nährstoffen auf. Wenn die Samen selbst auch mit Magnetfeldern behandelt worden waren, war die Wirkung teilweise noch stärker. Schon seit Jahren ist bekannt, dass elektrische und magnetische Felder das Wachstum von Pflanzen beeinflussen. Bei verschiedenen Pflanzen wurden Beschleunigung von Keimungsrate, Wachstum und Wasseraufnahme festgestellt. Das Trockengewicht wird erhöht und es gibt weniger Verluste während des Aufwuchses der Pflanzen. Auch die Aufzucht verschiedener Feldfrüchte mit magnetisiertem Wasser wurde bereits untersucht, und man erhielt gesteigerte Erträge. Die Mechanismen sind unbekannt, aber man weiß, dass im Wasser die physikalischen und chemischen Eigenschaften verändert werden, beispielsweise Wasserstoffbrücken, Polarität, Oberflächenspannung, Leitfähigkeit, pH-Wert und Löslichkeit von Salzen. Diese Änderungen der Wassereigenschaften tragen demnach zu den verbesserten, 8 % bei der Samenbehandlung allein. Man sieht, dass es nur Wachstumsbedingungen bei. Die trockenen Samen der beiden Erbsenarten wurden vier verschiedenen Behandlungen unterzogen:

1. Magnetfeldbehandlung des Gießwassers,

2. Magnetfeldbehandlung der Samen,

3. Magnetfeldbehandlung von Wasser und Samen,

4. keine Magnetfeldbehandlung (Kontrollen).

Das Magnetfeld war sehr inhomogen in der 10 cm langen Röhre, in der Samen und Wasser behandelt wurden, die Feldstärken variierten zwischen 3,5 und 136 mT. In 3-fachen Ansätzen wurde das Wasser für 3 Sekunden zweimal mit einer Geschwindigkeit von 10 ml/sec durch das Magnetfeld geleitet. Die Samen wurden zweimal 5 Sekunden lang durch die Röhre befördert.

Die Behandlung der Kontrollen erfolgte in gleichartigen Röhren ohne Magnetfelder. Anschließend wurden die Samen 20 Tage in gewaschenem Sand aufgezogen. Von beiden Erbsenarten kamen je 16 Samen in vierfacher Ausführung zum Einsatz. Zum Gießen nahm man dreifach destilliertes Wasser, um Nährstoffeintrag durch das Wasser zu vermeiden. Die Samenkeimung war innerhalb von 10 Tagen abgeschlossen, die Bewässerung der Keimlinge wurde 10 Tage lang weitergeführt, um das Wachstum zu verfolgen und die Kräftigkeit der Pflanze bestimmen zu können.

Danach wurden Spross und Wurzel geerntet und das Trockengewicht sowie der Gehalt der Inhaltsstoffe P, N, K, S, Ca, Mg, Na, Cu, Zn, Mn, Fe und B bestimmt.

Die Eigenschaften des Wassers, d. h. die elektrische Leitfähigkeit und der pH-Wert waren nach der Magnetfeldbehandlung signifikant verändert. Der pH-Wert ging signifikant von 5,75auf 5,71 herunter, die elektrische Leitfähigkeit stieg von 0,991 auf 0,995 μS/cm.

Keine Wirkung gab es auf den N-, P- und K-Gehalt im Wasser. Bei der Keimung der Samen zeigte sich folgendes Bild: Wenn Wasser und Samen mit den Magnetfeldern behandelt worden waren, wurde die Samenkeimung bei den Gartenerbsen signifikant um 50 % verbessert. Wenn nur die Samen behandelt waren, verbesserte sich die Keimung um 10 % (Trend), und wenn nur das Wasser behandelt war um 20 % (Trend). Bei den Kichererbsen war bei allen 3 Behandlungsarten jeweils nur ein Trend zur beschleunigten Keimung zu sehen.

Beim Wachstum der Sämlinge/Pflanzen war bei den Gartenerbsen gegenüber den Kontrollen ein signifikanter Anstieg um 41,6 %, bei den Kichererbsen um 51 % durch behandeltes Wasser zu verzeichnen. Wenn nur die Samen den Magnetfeldern ausgesetzt worden waren, betrug der Anstieg 33,2 % (Gartenerbsen) bzw. 37,3 % (Kichererbsen).

Wenn sowohl das Wasser als auch die Samen „magnetisiert“ worden waren, lagen die Werte bei Gartenerbsen bei 83,3 % (der insgesamt höchste Anstieg) und bei den Kichererbsen bei 43,2 % über denen der Kontrollen. Die Magnetfeldbehandlung führte zu einem signifikanten Anstieg der Trockenmasse von Spross und Wurzel gegenüber den Kontrollen bei beiden Erbsenarten (7,8 % bzw. 6,5 %), wenn Wasser und Samen behandelt waren. Wenn nur das Wasser behandelt war, gab es eine Steigerung um 11 % bzw. 4,1 %, und 24,7 % bzw. 19zum Teil einen Vorteil bringt, wenn beide – Samen und Wasser – der Magnetfeldbehandlung unterzogen werden.

Das Wurzelwachstum der Gartenerbsen wurde unterschiedlich, aber signifikant beeinflusst: Wenn nur das Wasser behandelt war, gab es 11,6 % mehr Gewicht, während das Gewicht signifikant um 3,9 % reduziert war, wenn Samen und Wasser behandelt waren. Der Nährstoffgehalt in den Pflanzen war bei beiden Pflanzenarten, die mit dem Magnetfeldbehandelten Wasser gegossen worden waren, signifikant verschieden von den Kontrollen. Man fand zwischen 14 und 37 % höheren Gehalt; nicht-signifikant war der Anstieg nur für P, Cu und B in der Gartenerbse. Die Magnetfeld-Behandlung der Samen führte auch zu signifikant höherem Gehalt an Nährstoffen (zwischen 11 und 28 %) bei der Gartenerbse; bei der Kichererbse galt das nur für Mg (14 %). Wenn Samen und Wasser behandelt waren, gab es kaum Verbesserungen gegenüber der Wasserbehandlung.

Die Magnetfeldbehandlung von Samen und Wasser hat somit eine steigernde Wirkung auf das Keimen, das Wachstum der Keimlinge und das Trockengewicht des Sprosses bei beiden Pflanzenarten. Möglicherweise erhalten die Pflanzen eine bessere Chance beim Konkurrenzkampf um die Nährstoffe. Diese Ergebnisse bestätigen Ergebnisse von anderen Arbeitsgruppen, die gleichartige Wirkungen bei anderen Pflanzen gefunden haben.

Der Grund könnte sein, dass das Magnetfeld die Gasblasen im Wasser verändert, so dass die Grenzfläche zwischen Wasser und Gas destabilisiert wird, was zur Folge hat, dass das Ionengleichgewicht gestört wird. Die Erniedrigung des pH-Wertes und die Erhöhung der Leitfähigkeit könnten durch Änderung der Wasserstoffbindungen und gesteigerte Ionenbeweglichkeit zustande kommen.

(Anmerkung: Das Magnetfeld ändert nicht die Gasblasen, sondern diese Blasen werden durch die von den inhomogenen Magnetfeldern erzeugte zusätzliche Virulenz ausgetrieben und durch Stickstoff bzw. Sauerstoff ersetzt, was die Änderung des PH-Wertes und Leitwertes auf einfachste Weise erklärt)

Die magnetische Wirkung hält lange Zeit an, ein Effekt, den man auch den „memory effect of water“ nennt.

(Anmerkung: der "memory effect" ist nicht auf die Speicherfähigkeit des Wassers zurückzuführen, sondern auf die magnetischen Veränderungen, die sich im Wasserbehälter abspielen. Man nennt diesen Effekt viskose Remanenz.)

Die Wirkung des Magnetfeldes auf die Samen könnte darauf beruhen, dass die Samen das Wasser besser aufnehmen können, und Enzyme und Hormone werden stärker aktiviert, die für den Keimungsprozess und die Mobilisation von Nährstoffen benötigt werden. Die Magnetfeldbehandlung des Gießwassers führte zu erhöhtem Gehalt an N, K, Ca, Mg, S, Zn, Fe und Mn. Ähnlich war es bei den Samen der Gartenerbsen, dort stieg der Gehalt an N, Ca, S, Zn, Fe und Mn an.

Die Magnetfeldbehandlung des Wassers war effektiver als die der Samen in Bezug auf das Wachstum des Keimlings. Die Wirkung geht wahrscheinlich bei der kurzen Expositionszeit auf einen hohen Gradienten des inhomogenen Magnetfeldes zurück. So kann man schlussfolgern, dass trotz der kurzen Expositionszeit der Gradient der inhomogenen Magnetfelder mit dem deionisierten Wasser in Wechselwirkung treten und die physikalischen und chemischen Eigenschaften des Wassers, der Samen und der Keimlinge verändern, so dass die Nährstoffaufnahme verbessert wird.

Die signifikanten Veränderungen werden sich auch auf die weitere Entwicklung der Pflanzen auswirken als indirekte Wirkung der anfänglichen magnetischen Stimulation. Um diese Ergebnisse landwirtschaftlich nutzen zu können, müssen sich Feldversuche anschließen. Insgesamt könnten die Ergebnisse dazu dienen, die Keimung von Samen zu verbessern und den Ertrag zu steigern.

Quelle: Pflanzen und Magnetfelder - http://www.strahlentelex.de/Stx_11_578_E01-02.pdf vom Februar 2011

Grewal HS, Maheshwari BL (2011): Magnetic Treatment of Irrigation

Water and Snow Pea and Chickpea Seeds Enhances Early

Growth and Nutrient Contents of Seedlings. Bioelectromagnetics 32, 58–65